Die Reiserücktrittsversicherung

Eines der liebsten Hobbies des Menschen ist das Reisen, sei es nun innerhalb des eigenen Landes oder ins Ausland, nur für ein Wochenende oder einen ausgedehnten Urlaub, spontan oder fest vorab gebucht. Gerade bei der letzten Variante passiert es nicht selten, dass eine längst gebuchte Reise nicht angetreten werden kann – vielleicht aus Krankheitsgründen oder weil doch plötzlich ein geschäftlicher Termin dazwischen kommt. Je näher die Absage am eigentlichen Reisetermin liegt, umso teurer wird es dann für den Urlauber, der am Ende diese im Zweifel komplett zahlen muss, obwohl er gar nicht weg fährt. Für solche Fälle gibt es eine Reiserücktrittsversicherung, die in der Regel verhindert, dass der verhinderte Reisende die anfallenden Stornokosten – die je nach Tour und Absagezeitraum den vollen Reisebetrag ausmachen können – selber tragen muss. Reiseveranstalter sind heute gesetzlich verpflichtet selbstständig auf eine solche Versicherung hinzuweisen. Geschieht dies nicht, werden sie schadenersatzpflichtig.

Prinzipiell lohnt sich eine Reiserücktrittsversicherung in jedem Fall – ganz besonders aber bei Flugreisen, Kreuzfahrten oder Urlaubsaufenthalten über eine Woche. Doch selbst bei kleineren Wochenendausflügen oder Kurztripps allgemein, bei größeren Bahnfahrten oder einem Inlandflug kann sich die Investition in die Reiserücktrittsversicherung lohnen. De facto muss letztlich jedoch jeder für sich selber entscheiden, ob eine solche Versicherung für einen lohnend ist. Bei einem Bahnticket für etwa 100 Euro ist dies sicherlich grenzwertig, doch sollte man spätestens ab einem Reisewert von 500 Euro die wenigen Euro zusätzlich für die Versicherung investieren um sich am Ende nicht noch zusätzlich zur verpassten Reise über hohe Gebühren für nichts ärgern zu müssen. In der Versicherung eingeschlossen sind Fälle wie Todesfall, Verletzungen oder Erkrankungen, welche unerwartet auftreten und dabei einen Reiseantritt verhindern. Auch Impfunverträglichkeit und weitere Gründe – die in den meisten Fällen versicherungsunabhängig einheitlich geregelt sind – werden mit dieser abgedeckt. Hinzu kommen noch individuelle Regelungen, die man bei den einzelnen Anbietern abfragen muss, da diese ein weites Spektrum beinhalten können. Mit den Standardversicherungen werden allerdings bereits die häufigsten Ursachen für eine kurzfristige Absage abgedeckt.

Die Prämienhöhe richtet sich grundsätzlich nach der Reisepreishöhe und was alles in welcher Quantität versichert werden soll. Dabei ist ebenfalls wichtig, ob man bereit ist einen Selbstbehalt von maximal 25% des Gesamtreisepreises zu tragen. Schon bei der Buchung des Urlaubs sollte die Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen werden, spätestens jedoch binnen der darauf folgenden zwei Wochen. Hier muss man jedoch auch wieder die individuellen Fristen der Anbieter beachten, da es auch dabei diverse – teilweise extreme – Unterschiede gibt. Ist man Besitzer einer Kreditkarte und schließt damit eine Reise ab, ist es in der Regel gegeben, dass man bereits über eine pauschale Reiserücktrittsversicherung verfügt. In solchen Fällen sollte man mit dem Veranstalter noch einmal klären, wie weit der Abschluss einer zusätzlichen Versicherung überhaupt nötig ist – vielfach reicht dann diese Pauschalversicherung.