Die Private Krankenversicherung (PKV)

Nur etwa 25% aller Deutschen sind berechtigt privat krankenversichert zu sein, da die Aufnahme in eine Private Krankenversicherung – unter Anderem gesetzlich – diversen Kriterien unterliegen, die nur ein Teil der Bürger erfüllen können. Vom inhaltlichen Aufbau her entspricht sie größtenteils der gesetzlichen Krankenversicherung, die dafür zu sorgen hat, dass jeder Bürger das Anrecht auf eine gesundheitliche Grundversorgung in Anspruch nehmen kann und somit medizinische Leistungen erhält. Die standardmäßige private Krankenversicherung deckt ebenfalls eine Grundversorgung ab, die sich allerdings in weiten Teilen von der Gesetzlichen unterscheidet. Zudem ist es auch als gesetzlich Versicherter möglich teilweise auf eine private Versicherung im Rahmen von Zusatzversicherungen zurückzugreifen und somit die gesetzliche Basisversorgung zu erweitern und zu verbessern.

Insgesamt hat man die Möglichkeit aus drei verschiedenen Versicherungsarten. Zum einen die bereits erwähnte Zusatzversicherung, die für jeden Bürger – unabhängig ob privat oder gesetzlich versichert – abschließbar ist. Mit dieser können zum Beispiel Zahn- oder homöopathische Behandlungen abgesichert werden. Die zweite Möglichkeit ist die private Teilversicherung, wie man sie vor Allem bei Beamten finden kann. Hier treten Beihilfeansprüche durch den Arbeitgeber in Kraft, bei denen ein Anteil der Krankheitskosten abgedeckt werden können. Zuletzt gibt es dann die Vollversicherung, die alle anfallenden Krankheitskosten abdeckt und entweder nur auf einer Basisversorgung beruht, oder aber anhand von zusätzlichen Vereinbarungen und Versicherungen ein Rund-um-Paket umfasst. Zu beachten ist, dass eine private Krankenversicherung grundsätzlich einkommensunabhängig ist – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Prämienzahlung der Gesetzlichen – die Beiträge sich jedoch aus diversen Eigenschaften zusammensetzen. Kriterien sind grundsätzlich das Alter des Versicherten, das Geschlecht, die Berufsgruppe, der Gesundheitszustand, etwaige tarifliche Leistungen und diverse andere, versicherungsabhängige Merkmale.

Gesetzlich ist eine Krankenversicherung für jeden Bürger Deutschlands vorgeschrieben, dabei gibt es aber Ausnahmeregelungen, die Einzelnen erlauben nicht auf die staatliche, sondern auf die private Lösung zurück zu greifen. Dazu zählen in erster Linie Freiberufler und Selbstständige, wie auch Studenten, die zu Beginn des Studiums beziehungsweise nach der Unwirksamkeit des Familienschutzes die Wahlmöglichkeit haben. Für all jene gilt aber, dass eine Rückkehr in die Gesetzliche verpflichtend wird, sobald ein sozialversicherungspflichtiger Job angenommen wird, der mehr als ein Mini-Job ist. Ebenso dürfen Arbeitnehmer, die über die Jahresarbeitsentgeltgrenze von derzeit 48.600,- Euro brutto gelangen, freiwillig die gesetzliche Kasse verlassen und sich privat versichern.